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Arbeitszeit soll selbstbestimmter werden

Tarifpolitische Erklärung der Tarifkommission Metall-Elektro NRW

 

Am 24. Juni traf sich die Tarifkommission der IG Metall für die Metall- und Elektroindustrie des Landes Nordrhein-Westfalen. Aus der Verwaltungsstelle Minden waren Manuela Heineking (WAGO) und Uwe Hußmann (IMA-Klessmann) dabei, um die "Sprockhöveler Erklärung" zu beraten und zu beschliessen.

Die Unternehmen erwarten von den Beschäftigten zunehmend höchste Flexibilität am Arbeitsplatz und bei den Arbeitszeiten. Für die Beschäftigten ist das oftmals ein Stressfaktor mit Folgen psychischer Überlastungen. Gleichzeitig benötigen immer mehr Beschäftigte flexible Möglichkeiten, ihren persönlichen und beruflichen Zeitbedarf zu vereinbaren.

Knut Giesler, IG Metall-Bezirksleiter in NRW: „Flexibilität darf nicht zur Einbahnstraße unternehmerischer Interessen werden, auf Kosten der Beschäftigten. Deshalb gehören selbstbestimmte Arbeitszeiten auf die Tagesordnung unserer Tarifpolitik.“

Um die tarifpolitischen Weichen für die kommenden Tarifrunden zu stellen, trafen sich in Sprockhövel 120 Mitglieder der Tarifkommission für die Metall- und Elektroindustrie in NRW. Für die ca. 700.000 Beschäftigten soll es in kommenden Tarifverhandlungen neben den Forderungen nach mehr Geld auch um Forderungen nach mehr selbstbestimmter Arbeitszeit gehen. So die Botschaft der beschlossenen „Sprockhöveler Erklärung“. Vorangegangen war eine mehrmonatige Diskussion der Ergebnisse einer umfassenden Beschäftigtenbefragung, an der sich allein in NRW über 70.000 Beschäftigte beteiligt hatten.

Konkret wurde für die zum Jahreswechsel 2014/2015 anstehende Tarifrunde über Leitplanken einer Alters- und Qualifizierungsteilzeit diskutiert.

Damit soll der selbstbestimmte, flexible Altersübergang weiter möglich sein und qualitativ verbessert werden. Mit der grundlegend neuen Qualifizierungsteilzeit sollen die Chancen auf berufliche Entwicklung für alle Beschäftigten verbessert werden. Einen Schwerpunkt will die IG Metall dabei auf die Entwicklungschancen für an- und ungelernte Beschäftigte setzen.

Knut Giesler: „Uns geht es um Lösungen für alle Alters- und Beschäftigtengruppen im Betrieb. Wer aus der Ausbildung kommt, für den kann der sichere Rahmen für ein aufbauendes Studium wichtig werden. Wer länger im Beruf war, soll selbstbestimmt Weiterbildungszeiten nutzen können. Wer Jahre auf Schicht gearbeitet hat, braucht die Chance Arbeitszeiten zu reduzieren oder früher auszuscheiden. Gerade z.B. die Betreuung und Pflege von Angehörigen erfordert ganz neue persönliche Flexibilitätsspielräume.“

Die Forderung nach mehr Geld wird erst im Herbst 2014 in der Tarifkommission der Metall- und Elektroindustrie in NRW zum Thema werden. Die Entgelte waren zuletzt zum 1. Mai 2014 um 2,2 Prozent angehoben worden, als ein Ergebnis des Tarifabschlusses vom Mai 2013. Der derzeit geltende Tarifvertrag läuft am 31. Dezember 2014 aus.

Der Text der "Sprockhöveler Erklärung" kann Initiates file downloadhier herunter geladen werden.